Viele Absolventen werden als kaum geeignet für den vollwertigen Praxiseinsatz wahrgenommen. „Wir beobachten zudem eine Zunahme an Abschlüssen, die sich lediglich im „ausreichenden“ Bereich bewegen – ein „gerade so“ Bestehen, das zusammen mit der hohen Durchfallquote zeigt, dass Handlungsbedarf besteht“, erklärt Dr. Sabine Bellmann, Vorsitzende Prüfungs-/Berufsbildungsausschuss.
Die Ärztekammer hat bereits reagiert und bietet einen eintägigen Vorbereitungskurs für die praktische Prüfung an. Die Ergebnisse der Teilnehmer zeigen deutlich: Diese Maßnahme wirkt, die praktischen Prüfungsergebnisse konnten dadurch bereits signifikant verbessert werden.
Dennoch gibt es zwei entscheidende Aspekte:
- Aufgrund fehlender Dozenten kann dieser Kurs derzeit nur zweimal im Jahr angeboten werden. Es ist uns daher unmöglich, allen angehenden MFA einen Platz zur Verfügung zu stellen.
- Ein einzelner Kurstag kann zwar punktuell helfen, reicht aber keinesfalls aus, um grundlegend fehlende praktische Kenntnisse aus der dreijährigen Ausbildung vollumfänglich aufzufangen.
Um die Ausbildungstiefe nachhaltig zu sichern, sieht der Vorstand der Ärztekammer des Saarlandes in einer Rotation während der Ausbildung die wichtigste Ergänzung. Der Einblick in verschiedene Fachbereiche verhindert eine zu einseitige Spezialisierung. Beteiligen Sie sich daher ohne regulatorischen Zwang an einem Rotationsverfahren und nutzen diese Chance, um sicherzustellen, dass Ihre Auszubildenden am Ende ihrer Lehrzeit tatsächlich „berufsfertig“ sind.
Der Prüfungsausschuss wird zeitnah ein Merkblatt erstellen, das als Orientierungshilfe dient. Es wird: Die essenziellen Grundlagen der praktischen MFA-Ausbildung prägnant zusammenfassen. Zudem wird es aufzeigen, welche Defizite in der Prüfung und im späteren Berufsalltag besonders häufig kritisiert werden.
Die Ärztekammer des Saarlandes erinnert daran, dass alle ausbildenden Ärzte – insbesondere im fachärztlichen Bereich – gesetzlich verpflichtet sind, die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten umfassend und vollständig zu vermitteln. Die Verantwortung für eine hohe Ausbildungsqualität liegt primär in der täglichen Praxisarbeit. Ziel bleibt es, Fachkräfte zu entwickeln, die vom ersten Tag nach der Prüfung eine echte Entlastung für das Team darstellen.